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Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Menschen dazu, ihr Denken und Handeln zukunftsfähig zu gestalten. Sie lernen, globale Zusammenhänge zu verstehen und im Sinne der Nachhaltigkeit verantwortungsvoll zu handeln – für sich selbst, für andere und für die Umwelt.

Dabei geht es um weit mehr als Umweltbildung: BNE umfasst ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte und stärkt kritisches, kreatives und demokratisches Denken. Sie leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele – den Sustainable Development Goals (SDGs) der United Nations.

BNE und Kulturelle Bildung

Die kulturelle Jugendbildung schafft Räume für Erleben, Mitgestalten und Reflexion – ideale Voraussetzungen für BNE. Wir verstehen Kulturelle Bildung als Motor gesellschaftlicher Veränderung. In unseren Projekten und Angeboten verknüpfen wir kulturelle Ausdrucksformen mit Zukunftsfragen und regen zur aktiven Teilhabe an. Die LKJ Thüringen verfolgt mit ihrer Bildungsarbeit daher den Ansatz einer „Kulturellen Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

Kultur gilt als vierte Dimension der Nachhaltigkeit: sie schafft den Rahmen, in dem sich zukunftsfähiges Handeln entwickeln kann.

Kulturelle Bildung für Nachhaltigkeit bedeutet für uns:

  • Kreative Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen
  • Förderung von Selbstwirksamkeit, Diversität und Demokratie
  • Partizipative Lernprozesse in interdisziplinären Kontexten

Die LKJ Thüringen setzt in ihren Projekten vor allem diese Nachhaltigkeitsziele um:

Bildungszugänge für alle, Geschlechtergleichheit im Bildungswesen und lebenslanges Lernen
Gleichstellung und Ermächtigung aller Geschlechter, Beendigung geschlechterspezifischer Gewalt und Teilhabe an politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungsprozessen
Schaffung anständiger Arbeitsplätze, nachhaltige Förderung des Wirtschaftswachstums und Schutz von Arbeitsrechten
Reduzierung von Ungleichheit, Förderung von Chancengleichheit und Stärkung von Repräsentation marginalisierter Gemeinschaften
nachhaltige Stadtentwicklung, Zugang zu Verkehrssystemen und Verbesserung von städtischer Resilienz
Förderung von friedlichen und inklusiven Gesellschaften, öffentlichen Zugang zu Informationen und Zugang zur Justiz

Thüringer Qualitätssiegel BNE

Die Landesvereinigung für Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V. erhielt im Dezember 2024 das Thüringer Qualitätssiegel für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Siegel wird jährlich vom Nachhaltigkeitszentrum Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Umwelt- und Bildungsministerium an Bildungsträger verliehen, die in besonderer Weise zur Vermittlung von Werten, Wissen und Kompetenzen im Kontext BNE beitragen.

Die Erlangung des Siegels ist das Ergebnis einer intensiven Teamleistung. Bereits 2023 legte die LKJ Thüringen den Grundstein für den Zertifizierungsprozess. Im Jahr 2024 nahmen die Mitarbeitenden der LKJ in einem gemeinschaftlichen Prozess die pädagogischen Ziele des Vereins sowie die interne Arbeitsorganisation in den Blick. Dies umfasste die Überprüfung von Konzepten, die Reflexion von Bildungsinhalten und die Entwicklung nachhaltiger Arbeitsprozesse. Die Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel BNE zeigt, dass kulturelle Bildung und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen können.

Mit der Zertifizierung durch das Thüringer Qualitätssiegel BNE bekennt sich die LKJ Thüringen auch zur Agenda 2030 und zur Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie. Sie leistet damit einen Beitrag zur Einhaltung und Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Bildung ist der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung. Ziel ist es, junge Menschen darin zu befähigen, nachhaltige Denk- und Handlungsmuster für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu entwickeln. Dabei ist es von großer Bedeutung, das Verständnis globaler Zusammenhänge und die Verantwortungsübernahme für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft zu stärken.

Wir berichten gerne von unserem Arbeitsprozess und unseren Erfahrungen mit dem Qualitätssiegel.

Franziska Meyer-Mulenga
Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung
f.meyer-mulenga[at]lkj-thueringen.de
0361-66382211

Praxisbeispiele der LKJ Thüringen

Kunstgeldprojekte der Kulturagent*innen Thüringen

Upcycling - das gestalterische Potential von Plastiktüten

Mit dem Wunsch, den täglich anfallenden Abfall auf sein gestalterisches Potenzial zu untersuchen, erfortschte die 6. Klassenstufe der Regelschule "Käthe Kollwitz" Nordhausen interdisziplinär und praktisch angewandt das Unterrichtsthema "Müllarten und Wiederverwertung".

Plastiktüten und Verpackungsfolien verschmolzen mit Hilfe des Bügeleisens zu farbenprächtigen Collagen. Zum Bildobjekt, Täschchen oder Schmuckstück weiterverarbeitet, schenkten die Schüler*innen dem Müll ein zweites Leben.

Dieses Projekt betrifft die SDGs 4, 11, 12 und 13.

"Upcycling - das gestalterische Potenzial von Plastiktüten" ist ein Kunstgeldprojekt der Kulturagent*innen Thüringen in Kooperation mit der Bildenenden Künstlerin Wiebke Kirchner.

Eine Bar für die Vogelschar

Mitten im Wald gelegen bot die Töpferwerkstatt den Schüler*innen einer neunten Klasse der Freien Regelschule Reudnitz den idealen Ausgangspunkt, um direkt vor der Tür auf Spurensuche zu gehen und Naturmaterialien zu sammeln.

Mit den Fundstücken als Druckmodell experimentierten die Schüler*innen auf der weichen Oberfläche der eigens geformten Schalen. Die so entstandenen Kunstwerke, die selbst ihre Schöpfer*innen in Staunen versetzen, dienen künftig als "Bar für die Vogelschar" im Außenbereiche der Schule.

Dieses Projekt betrifft die SDGs 4, 11 und 12.

"Eine Bar für die Vogelschar" ist ein Kunstgeld-Projekt der Kulturagent*innen Thüringen in Kooperation mit dem Töpfermeister Ralf Naundorf.

Locker vom Hocker - cool auf dem Stuhl

Vielfalt und Facettenreichtum zeichneten die Werke der Schüler*innen der Regelschule "Bertha von Suttner" Mechterstädt aus, deren Ideenwerkstatt und anschließende Verwandlung von gefundenen Stühlen in kreativem Reichtum mündete. Neben einem Schaukelstuhl aus gebogenen Rückenlehnen, einem Regal und Getränkehalter aus Stühlen waren Zeitungs-, Weihnachts-, Prinzessinnen- und Pflanzenstuhl zur Versteigerung für einen guten Zweck zu bestaunen.

Dieses Projekt betrifft die SDGs 4, 11 und 12.

"Locker vom Hocher, cool vom Stuhl" ist ein Kunstgeldprojekt der Kulturagent*innen Thüringen in Kooperation mit dem Holzkünstler Florian Schmigalle.